Donnerstag, 24. Februar 2011

PJ HARVEY im ADMIRALSPALAST am 21.02.2011

Anfangs waren nur vier Konzerte in Europa für London, Paris, Brüssel und Berlin geplant. Da die Tickets so schnell ausverkauft waren entschied man sich für jede Stadt jeweils noch ein Zusatzkonzert zu geben. PJ Harvey gibt nicht viele Konzerte und wenn sie dies tut sind sie sehr intensiv und die Leute kommen von überall her. So auch an diesem Abend an der Friedrichstraße.

Mit ihrem ersten Song „Let England Shake“ und ihrer „Autoharp“ begann Polly Jean Harvey um 20.30 Uhr ihre Show im Admiralspalast. Sie trug eine Kopfbedeckung aus langen schwarzen und symmetrisch nach Außen ragenden Federn und stand separiert von ihrer Band am äußersten linken Rand der Bühne. Mit auf der Bühne waren der Australier Mick Harvey und John Parish (mit dem sie 2009 das gemeinsame Album „A Woman, A Man Walked By“ aufnahm).

Auf ihrem folkigen und einzigartigen Kunstwerk „Let England Shake“ beschäftigt sich die britische Konzeptkünstlerin mit ihren ambivalenten Gefühlen gegenüber ihrer nationalen Identität, sowie den vergangenen und gegenwärtigen politischen Handlungen ihres Heimatlandes ohne den Zeigefinger zu heben. Ihre Hassliebe zeigt sich sehr deutlich im Song „England“ In dem sie singt „I live and die through England / it leaves a bitter taste in me“. Fast alle Songs des Albums waren Teil ihrer Setlist. Die Mitte des Sets bildete sich aus Klassikern wie „Down By The Water“, „Angelene“, „Meet Ze Monsta“ und „C’mon Billy“.

Bei „The Devil“ vom 2008er Album „White Chalk“ legte PJ Harvey ihr Instrument beiseite und sang ausschließlich. Die Atmosphäre im Publikum zu diesem Song war symbolisch für den ganzen Abend, denn auch wenn die Show ihre rockigen Seiten hatte, wurde sie dominiert durch Emotionalität, Intensivität und andächtiges Staunen der Zuschauer.

Nach 1 ½ Stunden Show und verließ PJ mit einem bestimmt-schüchternen „Thank You“ und dem Song „Silence“ die Bühne. Lange Zeit nach dem Konzert hallten ihr Jubelrufe hinterher. Danke für den besonderen Abend liebe Miss Harvey, you are wonderful.

Sechs in der Pariser Maroquinerie aufgezeichneten Songs kann man hier via Arte sehen:


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